Näher betrachtet: Übergabe, Zentrum, Gewebe
Die drei Ausschnitte oben lassen sich weiter auflösen. Der folgende Abschnitt bleibt bei dem, was in Lehrbüchern der Biochemie steht, und trennt es sauber von dem, was auf einer Verpackung stehen darf.
Die Übergabe von Hand zu Hand
Nach der Aufnahme in die Darmzelle wird das Ion an ein Transportprotein gebunden und über die Pfortader zur Leber gebracht. Dort beginnt die eigentliche Verteilung. Kleine Proteine mit einer charakteristischen Bindungsstelle aus zwei Schwefelatomen nehmen das Metall auf und steuern damit jeweils ein bestimmtes Ziel an: eines liefert an den sekretären Apparat, ein zweites in die Mitochondrien, ein drittes an das Enzym, um das es weiter unten geht.
Die Übergabe selbst läuft über einen kurzen direkten Kontakt beider Proteine. Das Ion wechselt die Bindungsstelle, ohne dazwischen ins umgebende Wasser zu gelangen. Man spricht von einer gerichteten Weitergabe — ein Bild, das dem Reichen eines Gegenstands von Hand zu Hand näherkommt als dem Schöpfen aus einem Vorrat.
Ein aktives Zentrum, in dem die Ladung wechselt
Das Zielenzym trägt neben dem Kupfer noch ein Zinkatom; das Kupfer übernimmt den chemischen Teil, das Zink hält die Faltung zusammen. Der Umsatz läuft in zwei Halbschritten: Zuerst nimmt das Kupferatom ein Elektron von einem Superoxidmolekül auf und geht von Cu(II) nach Cu(I) über; dann gibt es dieses Elektron an ein zweites Superoxidmolekül ab und kehrt in den Ausgangszustand zurück. Aus zwei Radikalen entstehen dabei Sauerstoff und Wasserstoffperoxid.
Das Enzym arbeitet dabei ungewöhnlich schnell. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist nicht durch die Chemie begrenzt, sondern nur dadurch, wie schnell die Moleküle überhaupt zusammentreffen. Auf diesen Zusammenhang bezieht sich der erste in der Europäischen Union zugelassene Satz:
„Kupfer trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Verwendbar ist diese Formulierung nur für Lebensmittel, die im Sinne der Nährwertkennzeichnung eine nennenswerte Menge des Elements enthalten. Sie beschreibt eine Beteiligung an einem laufenden Vorgang und sagt nichts über einen Zustand einzelner Personen aus.
Gewebe, in denen laufend Zellen angelegt werden
Das zweite Feld, für das eine Formulierung vorliegt, betrifft das Immunsystem als Organsystem. Dazu zählen das blutbildende Mark in den langen Röhrenknochen, der Thymus hinter dem Brustbein, die Milz und die Lymphknoten. In diesen Geweben werden fortlaufend neue Zellen angelegt; der Umsatz an Bausteinen ist entsprechend hoch.
Kupferhaltige Enzyme kommen in diesen Zellen wie in allen anderen Körperzellen vor. Die zugelassene Angabe bleibt bewusst auf der Ebene des Organsystems und nennt keine einzelne Leistung:
„Kupfer trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Auch dieser Satz ist an ein einziges Element geknüpft und wird nicht mit dem vorigen zusammengezogen. Beide beziehen sich auf die allgemeine Bevölkerung und beschreiben den regulären Betrieb des Körpers — nicht dessen Wiederherstellung.
Was diese Seite bewusst nicht tut: Sie nennt keine Verzehrmenge für einzelne Leser, empfiehlt kein Erzeugnis und trifft keine Aussage über den Verlauf gesundheitlicher Beschwerden. Wer dazu Auskunft braucht, ist bei ärztlichem Fachpersonal richtig.